Instagram killed the blog star

25/06/2016

Jacket: lookbook store // Jeans: Zara / Necklace: Bijou Brigiitte // Shoes: Nike W Air Max 90 JCRD PRM // Top: Zara

Photography: Felix M.

Video killed the radio star – Instagram killed the blog star.

Kaum zurück und schon die ersten kritischen Worte auf dem Blog. Doch ist es nicht das, was uns Blogger ausmachen sollte? Blogger – da ist es wieder dieses Wort über das ich mir die letzten Wochen den Kopf zerbrochen habe. Bin ich das überhaupt noch? Klar, ich habe einen Blog. Doch was heute selbstverständlich zu einem Blogger gehört wie Kim zu Kanye ist ein erfolgreicher Instagram Kanal. Betrachtet man die Entwicklung der letzten 12 Monate wurden aus 10k als Erfolgsmaß rasend schnell 100k. Ich frage mich, wer da noch mithalten kann – oder die notwendige Summe aufbringt diese Masse an Followern zu kaufen… Irgendwas habe ich in den letzten Jahren verpasst, war Instagram für mich wohl zu lange eine Bildbearbeitungsapp mit Sharing-Charakter. Mittlerweile scheint Instagram für mich eine Maschine zu sein, die teils willkürlich Social Media Stars hervorbringt, perfekt inszenierte Inspiration und tonnenweise Selfies zum spannendsten und scheinbar lukrativen Geschäftsmodell der 2000er macht und nicht erst seit der offiziellen Test-Einführung eines Algorithmus für mich an Sympathie verliert.

Vielleicht ist es das, was mich am Blogger-Dasein in den letzten Monaten hat zweifeln und mein eigentliche Blog-Liebe so schleifen hat lassen: das offensichtliche Versagen auf Instagram. Mit knapp 9k gehöre ich zum absoluten unteren Durchschnitt, haben zahlreiche blonde Instagramschönheiten mit Fotohobby mich in ihrer Followerzahl längst überholt. Die Interaktionsrate auf meine Instagrambilder möchte ich mir gar nicht ausrechnen, so selten bekomme ich noch auf mehr als 50 Herzen oder gar einen persönlichen Kommentar von einem User. Woran das liegen mag? Vermutlich an mir selbst, an meiner relativ niedrigen Postingfrequenz oder meiner eigenen, geringen Interaktion. Doch ist es bei einer 40-Stunden-plus-Woche wirklich das Erste, das ich mit meiner freien Zeit machen sollte? Liken, kommentieren und Usern folgen? Für mich geht Zeit mit meinen Liebsten, Fitness oder Kraft tanken vor. Was aber, wenn ich genau daran gemessen werde? Wenn zu selten guter Content an erster Stelle, sondern eine möglichst große Instagram Followerschaft steht? Vor allem in der Zusammenarbeit mit Marken oder Agenturen ist diese Entwicklung nicht mehr zu übersehen. Werde ich noch an meinen Blogposts gemessen? Oder steht mein Instagram-Kanal – ein schöner Ausläufer und toller Support-Kanal – über hochwertigem Content? Dabei möchte ich die auf Instagram erfolgreichen Mädchen, Marken und Persönlichkeiten gar nicht kritisieren, ich bewundere sie. Für ihre durchdachte Bildwelt, ihre eigen erschaffene Community, ihr Durchhaltevermögen und dafür, dass sie sich auf die Plattform, ihre Eigenheiten und die oft angreifenden oder kritischen Fans einlassen.

Das Thema Instagram beschäftigt mich nicht nur privat, auch beruflich als Social Media Managerin in einer Agentur mit Fokus auf Influencer Marketing, stark. Egal ob mein eigener Account oder der von Brands – nicht jeder geht gleich durch die Decke. Guter Content, hervorragende Bilder und passende Hashtags hin oder her. Nur, weil Content gut ist, wird er nicht automatisch von jedem gesehen. Wie viele deutsche Bloggerinnen überzeugen mit traumhaftem Content, wundervollen Bildern und vereinen trotzdem keine hunderttausende Fans auf Instagram? Wie viele“Instablogger“ gibt es,völlig ohne weiterführenden Link zum mit Herzblut geführten Blog?

Trotz Demotivation und Verzweiflung über meine verlorene Mühe und die wenigen darauf folgenden Herzen war die Foto-Plattform einer der Gründe meinen Blog wieder aufleben zu lassen: ich bin hier. Hier im Social Web, hier mit in meinen Augen gutem Content, mit nun neuer Motivation und nicht zu vergessen mit einer Community. Auf meiner Facebook Seite (ja, Facebook gibt es noch) habe ich erst kürzlich einige Anfragen bekommen, wann ich denn wieder neue Posts bringe. Und genau das zeigt mir, dass es keine 100k auf Instagram braucht, um Menschen mit Inhalten, Artikeln, Tipps und Outfits zu begeistern. Auch, wenn ich mir so manchmal Sorgen um das Medium Blog mache, weiß ich:  Es braucht den Blogger und es braucht euch – egal, ob wir gemeinsam das Netz zum Beben bringen, oder nur ein kleines Zittern erreichen. Und ich bin dankbar über jeden einzelnen von euch, egal ob auf Instagram, Facebook, dem Blog selbst oder gar auf Snapchat. You guys rock!  

Wie steht ihr zur aktuellen Entwicklung auf Blogs hin zu Instagram?

Love,

Nathalie

 

 

1 Comment

  • Reply conny 01/07/2016 at 13:37

    Hallo,

    als erstes möchte ich dir sagen, dass dein Artikel sehr gut und interessant geschrieben ist. Dennoch stellst du ein paar Fragen, auf denen ich dir teilweise Antworten geben kann. Leider bedeutet das aber auch: Kritik. Ich denke aber als Blogger kann man damit umgehen und ob du diesen Kommentar löscht, ignorierst oder überdenkst, ist ja dann deine Sache.
    – Weshalb haben dich andere Blogger Mädels überholt? Die Antwort ist unter anderem einfach: Der Name deines Blogs war nie einfach, oder auch nachzuvollziehen, zu lang – wie auch immer. Plötzlich nennst du dich auf Instagram um? Huch? Und dann ist es m. E. nach auch etwas unpassend, für eine „Persönlichkeit“ mit noch nicht 9.000 Followern einen „official“ Account einzurichten. Wie bekannt bist du, dass du einen „official“ Account benötigst?
    Dann dein Conent: Weshalb denkst du, dass du besseren oder gar anspruchsvolleren Content als Andere ablieferst? Scannt man dein Instagramprofil, sieht man immer wieder die selben Selfies, selber Style, selbe Outfits, Haare, Brille,.. oft fast ein und das selbe Foto am selben Tag – bei allem fast nur DU im Fokus. Teilweise wirkt das auch unnahbar und die Hashtags arrogant (slayqueen? fitchick?). Auch deine Outfits wirken noch etwas bemüht.
    Wo bleibt da die Abwechslung und der interessante Content? Die Hashtags „bossgirl“ „slayin“ etc., sind völlig überholt, nicht innvoativ und immer die selben.
    Wenn du dich mit den Anderen vergleichst und schaust, was Insta Follower suchen ist es doch ganz einfach: Wo sind z.B. Produktreviews, Verlosungen? Wo sind ausgefallenere Outfits, Fashion Week, Brands, Abwechslung, Events? Das ist nur ein kleiner aber feiner Teil, der bei dir fehlt -was aber genau das ist, was gesucht und geliked wird.
    Das war jetzt nur ein kleiner Teil, ich könnte so weitermachen aber vielleicht gibt dir das schon einen Ansporn und Antworten auf deine Fragen. Und wenn deine Antwort ist, dass du ja einen Fulltime Job hast – und eben keine Zeit für die Dinge, die auf Instagram nachgefragt sind, dann ist auch kein „Erfolg“ garantiert – denn andere nehmen sich die Zeit und auch das Geld dafür. So ist es leider, es ist ein immer härter werdendes Business.
    Ich denke du bist noch sehr jung und musst erstmal für dich selbst wissen, wo du hin möchtest und was du erreichen willst und mir scheint das Ganze noch in einer Findungsphase. Nimm diese Kritik an, sie ist nicht böse gemeint. Vielleicht hilft es dir auch.
    Alles Gute

  • Leave a Reply


    *