Dankbarkeit in Zeiten von Social Media – Über Identität und Wünsche

26/11/2016

Dankbarkeit in Zeiten von Social Media. Über Identität und Wünsche

Ich bin 23, das ganze Leben liegt noch vor mir. Doch irgendetwas bewegt mich in letzter Zeit dazu über das Endliche nachzudenken und darüber wer oder was ich sein möchte. Wieso ich auf diese Gedanken komme? Weil Eltern auch älter werden, weil wir uns plötzlich nicht mehr nur um die erste eigene Wohnung kümmer müssen, sondern auch um wahnsinnig wichtige Dinge wie Lebensversicherungen, Altersvorsorge & Co. Ach, übrigens hätte ich gerne mal eine Eigentumswohnung – nein am besten gleich ein Häuschen am Rande Münchens. Und überhaupt, das Haus soll von oben bis unten schick sein, jede Saison neu dekoriert werden und natürlich gehe ich jeden Tag ins Fitness Studio – für die Gainz, für die Abs, für das Leben als Fitnessmodell. So ganz nebenbei. What? Ja, genau. Man kann nicht alles sein, nicht alles haben, aber woher kommen denn diese Gedanken und Träume überhaupt? Und haben wir in Zeiten von Social Media Dankbarkeit verlernt?

Instagram, der Bösewicht

Da lag ich eine Woche lang krank zuhause und hatte nichts besseres zu tun als schön eingekuschelt, Schokolade-naschend auf Instagram zu stöbern. Neben Fitnessseiten, die sowieso auf meinem täglichen Inspirationsprogramm stehen, entdecke ich plötzlich ganz neue Welten: die Welt der amerikanischen Deko-Mütter. Wow. Wer sich mal durch die verschiedenen Profile und Aktionshashtags der Deko-Mums geklickt hat, weiß, was ich meine. Da werden ganze Häuser in Thanksgiving-Deko-Hütten verwandelt und in der vorletzten Novemberwoche in jedem Raum künstliche Tannenbäume aufgestellt. Kein Wunder, wenn einen da die Deko-Laune und gleichzeitig die Frustration über die deutsche Deko-Auswahl packt. Hier gibt es nämlich kaum etwas vergleichbares wie in den USA. Vielleicht das auch gut so, denn vielleicht ist es besser es bei der Inspiration zu lassen als selbst all diese so perfekt wirkenden Baustellen angreifen zu wollen.

Und so schnell wie der Deko- und Perfektionswahn kam, so schnell geht er wieder. Ich bin doch schon wahnsinnig glücklich mit unserer kleinen feinen Wohnung, meinem für deutsche Verhältnisse aufwändig dekoriertem Weihnachtskamin und meinem aktuellen Fitnessfortschritt. Dankbarkeit sollte auch in Zeiten von Social Media über allem stehen. Wer braucht schon Abs, wenn man einen gemütlichen Nachmittag mit Schokolade auf der Couch haben kann? Eben.

Instagram, mein guter Reminder zu Thanksgiving

So „böse“ die schöne Social Media Welt auch sein kann, sie ist ein Motivator. Und keine Panik, dies ist kein Text darüber wie schlimm das Social Web ist, wir müssen nur aufpassen in wie viele Träume und #goals wir uns verstricken lassen. Das wundervolle an Social Media in den letzten Tagen war der ganze Thanksgiving Hype. Klar, dreht sich viele um die perfekte Deko und die schönen Dinner. Aber die Kernaussage bleibt immer noch gleich und ist nach wie vor wichtig: Dankbarkeit für das, was wir haben. 

Wofür seid ihr dankbar und wonach lassen eure Träume euch streben?

Love,
Nathalie

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